Letzte Tage in Brechts Haus

Noch drei Tage dieses herrliche Panorama: Die Sonne scheint über dem Svendborg Sund, und ich kann vom Bürofenster aus ganz klar die Küsten von Tåsinge und Skarö sehen. Die Fähre nach Ærø pflügt eine gerade Linie ins spiegelglatte Wasser. Wo vor ein paar Tagen noch unendlich viele Eisschollen eine weiße Fläche ins Wasser gezaubert haben, sitzen jetzt Wasservögel wie an einer Schnur mit schwarzen Perlen aufgezogen. Der letzte Rest Schnee vor dem Haus ist der Schneevulkan, den die Kinder gebaut haben. Ein glitzernder, kegelförmiger Haufen.

Der Schneevulkan hat dann auch gleich Eingang in das Buch gefunden, mit dem ich hier begonnen habe und das vorerst den Titel „Die Eisinsel“ trägt. Nachdem die vier Wochen hier eine wunderbare Gelegenheit geboten haben, die Helden, den Plot und die Stimmung der Geschichte zu finden, hoffe ich sehr, dass ich das Buch noch dieses Jahr beenden kann. Gestern, bei einer kleinen Lesung und Diskussion über meine Bücher in der Svendborg Bibliotek (Dank an Anne Bertram!), konnte ich in kleinem Kreis schon mal erste Ideen vorstellen und ausprobieren. Sehr gefreut hat mich auch die Bekanntschaft meiner bekannten dänischen Kollegin Josefine Ottesen, mit der ich mich auch nach der Veranstaltung noch über die Unterschiede der Verlagslandschaften in Dänemark und Deutschland austauschen konnte. Und wir waren uns darüber einig, dass Menschen starke Geschichten brauchen!

Og så tusind tak igen, dass ich hier in Brechts Haus arbeiten durfte! Dem Verein, Søren, Kirsten, Max und Anne den allergrößten Dank für einen Monat ohne Probleme und mit viel Konzentration und Freude am Schreiben – und tollen Begegnungen! Vi ses!

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